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Das 90 Liter Apfelsaft-Desaster und ein versöhnliches Ende


Nahezu das einzige, was an diesem Tag gut funktioniert hat: Meine Eigenbau-Bag-in-a-Box-Halterung
Nahezu das einzige, was an diesem Tag gut funktioniert hat: Meine Eigenbau-Bag-in-a-Box-Halterung


Ob ich mir das noch einmal antue, weiß ich nicht. 90 Liter frischen Apfelsaft zuhause haltbar machen, ist vielleicht doch eine Nummer zu groß. Zumindest dann, wenn der fröhliche Mosterei-Tag hier und da etwas anders verläuft, als geplant. Wenigstens die selbstgebaute Bag-in-a-Box-Halterung fürs Abfüllen hat ihren Dienst ordentlich verrichtet. Die Bauanleitung gibt's hier im Video direkt nach der Saft-Story.

Eine Woche lang habe ich Äpfel gesammelt und in diesen stabilen Netzsäcken eingelagert. Eigenen Berechnungen zufolge waren es knapp 100 Kilogramm Äpfel. Ich rechnete also mit rund 60 Liter Saftausbeute. Der Termin in der Mosterei war für Samstag, 14 Uhr, vereinbart. Es war der allerletzte freie Platz im Terminkalender der Apfelverwerter, und auch nur, um die Äpfel auszupressen. Fürs Haltbarmachen und Abfüllen war kein Zeitfenster mehr frei. Also blieb mir nur das Selbermachen.

OK, dachte ich, kein Problem. Ich hab ja den Einkochautomat, mit welchem ich auch das Würzekochen beim Bierbrauen erledige. Drei Füllungen auf 80 Grad zu erhitzen, das sollte kein Problem sein. Dazu später mehr. Ich war top vorbereitet. Alle Kartons standen bereit, Kocher und alle nötigen Utensilien ebenfalls. 

Die leeren Kartons warten auf die abgefüllten Apfelsaft-Beutel

Nachdem alle Äpfel auf der Mosterei-Waage lagen, gab es die erste Überraschung: 140 Kilo Äpfel hatte ich mitgebracht. Das sollte laut Most-Meister 90 Liter Saft ergeben. Dumm. Denn ich hatte nur zwei Behälter für 60 Liter am Start. Nachdem durch eine hektische Aktion auch dieses Problem aus der Welt geschafft war - ein drittes Fässchen stand nun parat - floss endlich der Saft durch die Presstücher, exakt 90 Liter. Mit drei vollen Fässchen im Kofferraum und auf dem Rücksitz stand die riskante Fahrt zurück nach Hause an.

Die Fahrt ging gut, leider waren die Drei-Liter-Beutel nicht an Bord, die zu unseren Kartons vom Vorjahr gepasst hätten. Zu knapp war der Beutel-Vorrat der Mosterei, aufgrund des enormen Ansturmes von Obstbaum-Besitzern in diesem Jahr. Der Tipp: Im ZG sollte es noch welche geben. Leider nein. Nur die fünf Liter Variante war noch vorrätig. Also: Zuhause standen 90 Liter firischer Apfelsaft, es war Samstagnachmittag, mein vorhandenes Leergut würde etwa zehn Liter fassen, rechen, rechen, ich nahm die fünf Liter Beutel. Irgendwie würden diese bei entsprechend geringer Befüllung schon in die Kartons passen. 

Endlich zuhause. Nach zwei Stunden Saft-Ruhezeit habe ich den Einkocher für die erste Runde befüllt. Doch der gute Proficook hatte auch dieses Mal eine Überraschung für mich parat. Stecker rein, 80 Grad eingestellt, Start gedrückt, nichts tat sich. Nochmal von vorne. Nichts. Dabei hatte ich ihn doch repariert, nachdem die Temperatursicherungen beim letzten Sud durchgebrannt sind. Wie hatte ich damals reagiert? Genau. Tauchsieder!  Mit meinen beiden 1000 und 2000 Watt Siedern ging es also ans Aufheizen.

Plumps. Der Magnet meines elektronischen Thermostats, welches an der Dunstabzugshaube klebte, hielt dem versehentlichen Ziehen am Sensorkabel nicht Stand. Das Gerät versank im warmen Saft. Obwohl ich es sofort wieder am Messkabel rausziehen konnte, ging nichts mehr. Zum Glück hatte ich im Keller noch das alte Thermometer, ebenfalls vom Bierequipment. In der Not musste ich halt damit auskommen.

Endlich ging es vorwärts, auch wenn Kleinigkeiten, wie eine undichte Dichtungsstelle am Hahn und weitere Kleckereien beim Abfüllen des heißen Saftes für viele klebrige Stellen auf dem Boden und an Schränken sorgten. Beim nächsten Schtritt dagegen mal gar nichts schief. Die Eigenbau-Halterung für die Bag-in-a-Box-Beutel tat ihren Dienst perfekt. Um 23 Uhr war schließlich alles abgefüllt und aufgeräumt. Zum Glück schmeckt der Saft lecker und - toi toi toi - offenbar fängt auch nichts an zu gären, weder in den Beuteln, noch in den Flaschen. Ob ich mir solch eine Aktion das noch einmal gebe, muss ich mir noch reichlich überlegen. Beim Proficook ist im Übrigen der Triac kaputt :-(

Bauanleitung Bag-in-a-Box-Halterung

Jetzt nochmal zum positiven Teil des Tages: Die Halterung. Die kostet in Edelstahlausführung 18 Euro. Das war es mir nicht wert für ein Stück gebogenes Blech. Und es war mir zu kurzfristig, mit Versand. Zudem hatte ich eine Idee und ein passendes Stück Holz parat. Die Eigenbau-Halterung war dann schnell gebaut. Nicht schön, aber zweckmäßig. Und für den Hausgebrauch allemal ausreichend. Hier gibt's die Bauanleitung im Video:    

 



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