Absauganlage-Eigenbau eeeeeeeeendlich fertig


Meine DIY-Absaugstation von hinten betrachtet.
Meine DIY-Absaugstation von hinten betrachtet.


Kennt Ihr das? Wenn man mit Elan beginnt und sich das Projekt nach und nach langatmiger und komplexer gestaltet, als man sich das vorgenommen hatte. Irgendwann ist dann auch die Lust weg. So war das auch hier. Jetzt, nach mehreren Wochen Pause hab ich die Absaugung aber doch fertiggestellt. Zum Glück funktioniert alles, wie gewollt. Ich glaube, sonst hätte ich es in die Tonne gekloppt. Mit Video.

 

Der Korpus aus Fichtenholz war schnell gebaut, obwohl ich damals noch keine Kreissäge hatte. Warum ich das erwähne? Das wird später noch wichtig.

Mit Elan ging es weiter. Staubsauger zerlegen macht sogar Spaß. Doch ab hier ging es los. Bin kein Elekroniker. Also musste ich mir die Schaltungen und die passenden Bauteile erst einmal mühsam zusammenrecherchieren. Dann waren zwar die Komponenten alle da, dann fehlte aber  mal ein Stecker hier, ein Kabel da. Dichtungen, Rollen, Staubsaugerbeutel, PVC-Rohre, Saugschlauch und und und. Das waren soooo viele kleine Baustellen und Entscheidungen, dass das Projekt immer wieder zum Stehen kam. Irgendwann war auch die Lust weg. Das ging einfach zu lange alles. Und ja, wiedereinmal scheint es sich zu bewhrheiten, dass man mit einem fixen, detaillierten Plan starten sollte. Ich starte meist nach der Idee, ohne Plan. Der Weg zum Ziel lichtet sich dann schon. Das ist nicht immer gut, ich weiß, ist aber wohl in meinen Genen verankert und kann nicht abgelegt werden.     

Frischer Wind

Jetzt kam plötzlich wieder Bewegung in die Sache. Der Grund: Die Einhell Kreissäge war im Baumarkt um die Ecke im Angebot. Die wollte ich schon lange haben. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen. Aber eine Kreissäge im Keller ohne Absaugung? Nicht so geil. Also hab ich nochmal die Zähne zusammengebissen und die wichtigsten Dinge erledigt. Jetzt läuft alles und die Anlage tut das, was sie soll. Bin echt zufrieden.  

Innenleben

Der Motor ist aus einem alten Aldi-Sauger. Ich glaube 1800 Watt leistet der Gute. Die Elektronik das Saugers hab ich einfach am Motor drangelassen. Immerhin ist da ein Sanftanlauf verbaut und die Leistung lässt sich regeln. Also warum abhängen? Die Einschaltautomatik läuft über ein  Master/Slave Modul von Kemo. Außerdem hab ich noch eine günstige Drehzahlsteuerung aus der Bucht in den zweiten Automatik-Stromkreis integriert. Damit lässt sich der Anlaufstrom der Kappsäge begrenzen, damit die Sicherung im Haus nicht bei jedem Schnitt die Biege macht. Ist sicher nicht die feine, englische Art, funktioniert aber. Über einen Schalter lässt sich die Absaugung von Automatik auf manuelles Saugen umstellen, oder ganz aussschalten. Zwei Steckdosen hängen an der Automatik-Überwachung, eine seitliche Dose dient einfach als zusätzliche Stromquelle. Könnte man auch erweitern. Bislang hab ich sie aber noch nie benötigt. Die Dose bleibt wohl Single. 

0 = Aus. 1 = Absaugautomatik. 2 = Absaugung manuell einschalten.

Wichtig: Bitte lasst Basteleien mit Strom, wenn ihr euch nicht mit der Materie auskennt. Das kann tödlich enden. Aus diesem Grund zeige ich auch nicht im Detail, wie ich das alles verschaltet habe. Oder ihr fragt jemand, der euch das bauen kann. 

Verbindung zu den Maschinen

Die Staubsaugerlösung an den Maschinen hat mich immer genervt. Das kann die neue Station besser. Von ihr geht ein dicker Schlauch mit 50mm Innendurchmesser weg. Für jede Maschien hab ich mir mit dem 3d-Drucker einen passenden Adapter gedruckt, insgesamt vier Stück. Erst nach dem Druck hab ich gemerkt, dass zwei davon identisch waren. Naja, jetzt hab ich ein Ersatzteil. Die Rollen sind ebenfalls praktisch. So ist die Absaugung in jeder Ecke der Werkstatt schnell einsatzbereit. 

Meine DIY-Absaugstation in voller Pracht.

Leistung

Ich hab kein Vergleich zu kommerziellen Produkten. aber das Ding saugt einiges Weg. Staub und auch grobe Teile sind kein Problem. Der verbaute China-Zyklon leistet ebenfalls gute Arbeit. Im Staubsaugerbeutel, der in der Saugkette nach dem Zyklon kommt und eventuelle Reste vor der Turbine aufhalten soll, sieht nach zahlreichen Sägeschnitten noch immer so aus wie nach dem Zusammenbau. Da kommt einfach so gut wie nichts an. Ein stiller Geselle ist die Maschine allerdings nicht. Das Teil macht ordentlich Lärm. Das ist auch der Grund, warum im Staubsauger eine Art Schallschutz um den Motor herum verbaut war. Der fehlt in meiner Konstruktion. Aber auf das eine oder andere Dezibel kommt es neben eine Kreissäge und anderen Lärmquellen der Werkstatt auch nicht mehr an. 

Der kleine Staubsaugermotor hat im neuen Gewand hinter dem Zyklon ordentlich Power.             

 



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