Premiere und Wahnsinn zugleich: Polarlicht-Show bis weit in den Süden


Polarlichter (11.05.2024) über der Region von einem erhöhten Standpunkt aus.
Polarlichter (11.05.2024) über der Region von einem erhöhten Standpunkt aus.


Wenn es nicht ganz viele Menschen rund um den Globus selbst live miterlebt hätten - die Sozialen Medien sind voll von Beweisbildern - dann würde mir das niemand glauben. Am Freitag gab es unverhofft eine unvergessliche Polarlicht-Show am Himmel. Das löste bei mir neben Freude auch Stress und Hektik aus. Denn: Es war nicht nur beeindruckend, sondern gleichzeitig meine allererste Sichtung. Darauf war ich nicht vorbereitet. Was trotz allem auf dem Kamerachip gelandet ist (Bilder und Zeitraffervideo), seht ihr hier. 

Die Polarlicht-App alarmiert mich schon seit mehreren Jahren, sobald die Wahrscheinlichkeit für Polarlichter steigt. Das ist toll. Allerdings bringt es mir meist nichts. Denn bis hier in den Süden der Republik reichen dien Leuchterscheinungen eigentlich nie.

So hatte ich mich längst damit abgefunden, dass ich vermutlich nie im Leben, oder nur dann, wenn ich mal in den Norden reisen werde, Polarlichter zu sehen bekomme. Gut, ein Funken Hoffnung gibt es immer, aber realistisch betrachtet.... 

Naja, das zum Hintergrund. Am Freitag hatte ich dann am späten Nachmittag vom bevorstehenden Ereignis gehört. So richtig alarmiert war ich allerdings nicht. Vielmehr wollte ich an diesem Abend meine neu gebaute Barndoor-Montierung antesten, ob die Nachführung auch hält, was sie verspricht. Mit Polarlichtern hab ich eigentlich nicht wirklich gerechnet. 

Um ca. 22 Uhr Uhr dann, einmal kurz umgedreht und wieder in Richtung Norden geschaut, da waren sie plötzlich da, aus dem Nichts, einfach so. Wow. Noch nie gesehen so etwas. Und: Mist. Kamera war nicht vorbereitet. Die war auf der Barndoor montiert. Das Stativ war nicht zur Hand, das Weitwinkelobjektiv lag im Keller. Die Hektik war perfekt. 

Meine erste Aufnahme von den Polarlichtern. Hier war noch das M42 Objektiv aufgeschraubt, die Brennweite zu groß.

Schnell alles zusammengesucht, die Einstellungen auf gut Glück und im Schnelldurchlauf angepasst, Fokussieren. Blick nach oben: Juhuuu, die Farben werden immer stärker. Also konnte ich die ersten Bilderserien aus dem heimischen Garten starten. Dumm nur: Häuser und ansteigendes Gelände verhinderten einen freien Blick auf das Spektakel.

Eines meiner ersten Bilder vom Garten aus. Leider ist die Sicht auf die Polarlichter hier nicht wirklich optimal.

Also schnell ins Auto gehüpft und zehn Minuten zu einem Aussichtspunkt auf einem Berg gefahren. Alles aufgebaut und die Zeitsteuerung aktiviert. Gerade noch rechtzeitig, denn ab diesem Moment, ging die Lichtshow langsam zu Ende.  

Farben und Helligkeit nahmen fortlaufend ab. Durchatmen. Was für ein Freitagabend. Es dauerte noch einige Zeit, bis ich wieder ruhiger wurde und alles geistig sortiert hatte, was da eben passiert war. Dann Bilder sichten und dezent bearbeiten.  

24 Stunden später wollte ich mich besser vorbereitet auf die Lauer legen. Doch an diesem Abend gab es nur eine kleine Zugabe. 

Am Samstag war ich vorbereitet. Da blieb die große Zugabe aber aus. Nur ganz zart ist am Horizont noch was zu sehen.

So und hier noch der versprochene Zeitrafferfilm von Freitagabend:

 



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